Archiv der Kategorie: Meinungen

Immer noch ein Thema: Makulieren

Seit ich im letzten November entschieden habe, meine beruflichen ungekämmten Gedanken von den privaten zu trennen, wollte ich den Schritt vollziehen, wenn ich den ersten neuen bibliothekarischen Beitrag fertig habe. Es sollte darin ums Makulieren und um Bestandskonzepte gehen. Ich habe diesen Beitrag seitdem mehrmals umgeschrieben, fand ihn aber nie veröffentlichungsreif. Und das, obwohl ich auch hier nicht den Anspruch habe, fertige Gedankengebäude zu präsentieren, sondern ins unreine geschriebene Gedanken und Eindrücke. Trotzdem hatte ich das Gefühl, den Ton nicht richtig zu treffen und mich mit meinen in den eigenen Augen harmlosen und notwendigen Überlegungen in die Nesseln zu setzen.* Seit meinen ersten Erfahrungen mit dem Thema bei einem Projekt im Studium weiß ich aber, das es Leute gibt, die sehr empfindlich darauf reagieren, wenn die Idee präsentiert wird, dass Bibliotheken ihren Bestand kritisch unter die Lupe nehmen und Bücher, die nicht (mehr) in die Sammlung gehören mit mehr Enthusiasmus makulieren sollten. Vor allem, wenn dann noch die Überlegung kommt, dass es für einige dieser Bücher der beste Weg ist, sie endgültig zu entsorgen. Vermischt mit meinen Überlagungen zum Umgang von Bibliotheken mit unpassenden Büchern waren meine Gedanken zu meinem eigenen Umgang mit Büchern, die bei mir rumliegen und die ich nicht (mehr) lesen möchte.

Es scheint, dass ich mit diesem Beitrag zu lange gewartet habe, Dale Askey hat sich des Themas inzwischen in zwei ausführlichen und sehr lesenswerten Beiträgen auf seinem Blog angenommen. Er hat es auch sehr viel besser geschafft, den richtigen Ton zu treffen. Mir bleibt jetzt nur noch zustimmend zu nicken:

Why I no longer collect books

Why libraries should collect books

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* Und im Beitrag Weeding habe ich mich früher schon mal mit dem Thema beschäftit, dort und in dem eingescannten Praktikumsbericht habe ich dann auch noch kein Blatt vor den Mund genommen.

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#bkc12 Verantwortung abgeben – Teil 2

sandraauswestfalen

Wie schon bei der Session am Morgen, von der ich hier berichtet habe, tauchte auch am Nachmittag auf dem Bib meets Knowledge Camp 2012 das Thema Verantwortung abgeben – nicht ganz unerwartet – wieder auf. Diesmal bei der Session Essen und Trinken im Lesesaal. Es ging in der Session darum, warum Essen und Trinken im Lesesaal nicht erlaubt ist und ob das so bleiben soll. Die meisten TeilnehmerInnen an der Session schienen nicht darauf festgelegt zu sein, Regeln zu behalten, nur weil sie halt bestehen. Aber wir sind trotzdem auf gute Gründe dafür gekommen, dass es Bereiche in der Bibliothek gibt, in denen nicht gegessen und getrunken wird.

Bei diesen guten Gründen geht es nicht um die Angst davor, dass Bücher beschädigt werden könnten, in kaum einer Bibliothek sind durch Speis und Trank beschädigte Bücher ein Problem. Und das, obwohl sicher in den meisten Bibliotheken, wenn auch oft heimlich…

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#bkc12 Verantwortung abgeben – Teil 1

sandraauswestfalen

Verantwortung abgeben tauchte als zentraler Gedanke bei zwei Sessions auf, die ich auf dem Bib meets Knowledge Camp 2012 in Köln besucht habe. Beide Sessions haben für  mich auch als Augenöffner gedient und dazu geführt, dass ich mein eigenes Handeln im Berufsalltag wieder verstärkt hinterfrage. Die erste der Sessions war openlearningspace am Vormittag, die andere Essen und Trinken im Lesesaal am Nachmittag.

Mit dem Thema open-space learning (Seite der Universität Warwick, wo die Methode entwickelt wurde: http://www2.warwick.ac.uk/fac/cross_fac/iatl/projects/osl-final/) und inverted classroom (Seite zur Inverted Classroom Konferenz Marburg 2012: http://invertedclassroom.wordpress.com/)  habe ich mich erst vor kurzem ein wenig beschäftigt und wurde dabei stark an meine Bachelorarbeit erinnert, wo ich versucht habe,  für die Vermittlung von Informationskompetenz ein WebQuest zu entwickeln. Das alles sind Ansätze, die das Verständnis von Lehren und Lernen von einer hierarchischen Lehrer-Schüler Situation im klassischen Unterricht verändern wollen. Es geht dabei um Formen des kollaborativen Lernens, Vorbild…

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Weeding

sandraauswestfalen

Nach den Artikeln mit Fernsehtipps jetzt mal ein Beitrag mit Bibliotheksrelevanz. Ein paar ungeordnete Gedanken zu einem Thema, dass mir mehrmals im Studium sowohl in der Theorie wie auch in der Praxis begegnet ist.

Vor meinem Studium war mir nicht wirklich bewusst, dass es auch zum Beruf einer Bibliothekarin gehört, Bücher systematisch aus dem Bestand zu entfernen. Natürlich kommt jeder mit ein bisschen Nachdenken darauf, dass Bibliotheken nicht unendlich groß sind und für neue Bücher alte weichen müssen. Im englischen Sprachraum spricht man da von weeding – und jäten ist dabei ein wirklich gutes Bild für diese Tätigkeit. Überzähliges und Störendes wird entfernt, damit der Rest des Bestandes Platz und Luft hat, um im besten Licht zu erscheinen. Eine Seite, auf der einige der bemerkenswertesten Auswüchse, die dabei in Bibliotheken gefunden wurden, präsentiert werden, findet sich hier: Awful Library Books.

Auch in meinem Praxissemester in der Schulbibliothekarischen Arbeitstelle der Bücherhallen…

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