#science20bib – Notizen und Links

Am 20.11.2013 fand in Hamburg die Fortbildung Science 2.0 in Bibliotheken – Ein neues Arbeitsfeld erfordert neue Kompetenzen! statt. Veranstalter waren die Norddeutschen Landesgruppen des BIB zusammen mit der ZBW. Hier möchte ich als Erinnerungsstütze und als Ausgangspunkt der Nachbereitung einige Notizen und Links zu den einzelnen Vorträgen sammeln.

Vorher aber noch ein Lob an die Organisation für die Rahmenbedingungen der Veranstaltung: Ich fand den Ablauf des Tages sehr gelungen, die Anzahl und Auswahl der Vorträge passte sehr gut und die Flankierung der Posterpräsentationen mit den Pausen hat ausreichend Zeit zum Austausch und zur Kommunikation geboten. Gerade bei Veranstaltungen, die eher auf Vorträge ausgerichtet sind, kommt das leider oft zu kurz und daher ist es mir hier besonders positiv aufgefallen. Und die Verpflegung war auch sehr gut!

Auf zu den Vorträgen.

Science 2.0 (Prof. Klaus Tochtermann)

Links:

Notizen:

Drei Herausforderungen:

  1. Neue Arbeitsgewohnheiten bei Wissenschaftler_innen: Als Beispiel die Aufarbeitung des EHEC-Ausbruchs in Norddeutschland. Nachdem die genetischen Informationen zum Erreger veröffentlicht wurden, fand in wissenschaftlichen Blogs und Wikis eine offene und kooperative fachliche Diskussion statt, daraus folgten dann „traditionelle“ Veröffentlichungen. Auch die früher im Vortrag genannten Beispiele zum Auftauchen von Papern aus ECONSTOR auf Twitter, in Blogs und in der Wikipedia verdeutlicht Veränderungen der Arbeitsweisen.
  2. Technologien: Vom Lesesaal, wo die Kund_innen die Bibliothek räumlich aufgesucht haben über virtuelle Bibliotheken, die es ihnen ermöglicht haben, die Angebote von zu Hause oder dem Arbeitsplatz aus aufzusuchen zu neuen Wegen, die es den Bibliotheken und Informationsdienstleistern ermöglichen, diesen Weg umzukehren und die Kund_innen aufzusuchen. „Bring the Content to the user.“
  3. Nutzerforschung: Welche Nutzergruppen lassen sich identifizieren und wie gehen sie mit den Möglichkeiten, die Science 2.0 bietet um? Was bedeutet das für Bibliotheken? Es lassen sich vier Social Media Typen identifizieren:
    • Ms Maker
    • Mr Tech
    • Mr Classic
    • Mr Nerd
Web 2.0 in der Wissenschaft (Vertretung der eigentlich angekündigten Referentin, der Name wird Nachgetragen)

Link:

Notizen:

Der Blick auf die Nutzer_innen wurde mit einer ausführlichen Studie aus Sachsen fortgeführt. Neben dem Datenreport 2012 wurden auch schon erste Ergebnisse aus 2013 vorgestellt. Die Zahlen dieser Studie können sicher gut dazu dienen, die eigene Wahrnehmung der Bedeutung von Web 2.0 für die Forschung mit der Realität abzugleichen. Das Netzwerk war auch bei der Posterpräsentation vertreten.

10 Jahre Usability-Evaluation virtueller Bibliotheken (Prof Ursula Schulz)

Link:

Notizen:

Prof. Schulz macht in ihrem Vortrag einen Schritt zurück von der Science 2.0 und zeigt einige der Fehler auf, die Bibliotheken im Umgang mit dem Netz 1.0 gemacht haben und immer noch machen. Von der Kritik an den Webseiten und Katalogen schlägt sie den Bogen zu den neuen Discovery-Systemen und fordert hier bessere (d.h. vollständige und nützliche) Daten. Zwei Beispiele für unbefriedigende Datengrundlagen sind die Sprachcodes und wenig hilfreiche thematische Einschränkung.

Durch mein eigenes Studium bei ihr waren mir diese Thesen schon gut bekannt, aber so lange sich keine Verbesserungen zeigen, werde ich sie wahrscheinlich auch noch häufiger hören. Der leidenschaftlich gehaltene Vortrag hat auf jeden Fall für Gespräche gesorgt.

Interessanter Literaturhinweis: Redish, Janice (2012): Letting go of the words. Writing web content that works. 2nd ed. Waltham, MA: Morgan Kaufmann.

ScholarLib (Peter Mutschke)

Link:

Notizen:

In diesem Vortrag ging es darum, in beide Richtungen laufende Verbindungen zwischen Informationsangeboten und sozialen Netzwerken zu erstellen. ScholarLib ist ein Beispiel dafür, eine Facebook-App, mit der sich die Informationsangebote von Gesis nutzen lassen. Peter Mutschke hat bei der Posterpräsentation auch ein Forschungsprojekt vorgestellt, dass sich mit der Persistenz von wissenschaftlichen Inhalten im Social Web beschäftigt.

Vernetzung, Sichtbarkeit, Information (Dr. Cornelius Puschmann)

Da der Dozent eine etwas längere Version der Präsentation auf Slideshare bereitstellt, binde ich diese hier ein.

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