#bib6 – Teil 3: Sessionreflexion Humor

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„Bitte nimm mich so ernst, wie ich es verdiene, und meine Äußerungen so wenig, wie sie es verdienen. Oder umgekehrt, je nach dem!“

Erinnert Ihr Euch? Vor einigen Wochen war ich auf dem BibCamp 6 und habe einiges an Elan und Ideen mitgebracht. Und dann habe ich öffentlich versprochen, mehr als zwei Blogartikel darüber zu schreiben. Obwohl ich weiß, dass mein Schreibfluß versiegt, wenn ich solche Versprechen mache. Aber heute habe ich Urlaub und Lust zu schreiben, also packe ich die Gelegenheit beim Schopfe und berichte ein wenig über die Session zum Thema Humor, die ich angeboten habe. Oder besser, ich möchte Euch hier noch einmal mein Herz ein wenig öffnen und Euch an meinen Überlegungen rund um das Thema Humor in Bibliotheken teilhaben lassen. Die inhaltliche Dokumentation der Session ist hier zu finden. Mein Storify dazu ist hier.

Erwartungsvolle Runde

Erwartungsvolle Runde

Das Thema lag für mich schon länger in der Luft. Mir fällt es so häufig schwer, sachlich und ernst zu bleiben, dass mir eigentlich nichts anderes übrig bleibt als so zu tun, als gäbe es gute didaktische Gründe dafür, Humor auch in der Vermittlung von Informationskompetenz einzusetzen. Andererseits werde ich aber auch sehr gerne mal nervös, besonders wenn ich zu häufig höre, dass das was ich tue unangemessen oder albern sei. Dann reagiere ich ein wenig wie das Kaninchen vor der Schlange und meine Veranstaltungen werden steif und öde. Daher hatte ich auch die Hoffnung, mir von Kolleg_innen in der Session Rückendeckung zu holen.

Mit einigem Abstand wird mir immer mehr klar, dass das Thema, ob und wie ich Humor beruflich einsetze sehr eng mit zwei Dingen verbunden ist. Zum einen mit der Frage der didaktischen Reduktion und zum anderen mit meinem Selbstbild als Bibliothekarin.

Wir* stehen bei unseren Veranstaltungen häufig vor dem Problem, dass  wir die Teilnehmer_innen nur für diese eine Veranstaltung sehen und glauben dann, dass wir die Gelegenheit nutzen müssen, ihnen möglichst viel Wissen zu vermitteln. Wir glauben, dass wir nur diese eine Chance haben, Studierenden alles, was sie zur Bibliothek wissen müssen beizubringen. Dabei besteht dann die Gefahr, dass wir die Ärmsten mit Folie nach Folie bombardieren, mehrere Datenbanken demonstrieren und dann nochmal ein paar Folien mehr einbauen. Da bleibt dann wenig Zeit für echte Aktivitäten der Teilneher_innen und auch nicht für den Aufbau einer Beziehung mit ihnen. Wenn Humor aber nicht nur ein Gimmick in bibliothekarischen Veranstaltungen sein soll, ist genau hier der angemessene Platz: im Aufbau einer guten Beziehung zu unseren Nutzer_innen. Neunzig Minuten reichen bei weitem nicht aus, Leuten alles über die Bibliothek zu vermitteln, aber vielleicht dazu, ihnen zu zeigen, dass wir als Bibliothekar_innen zugänglich und offen sind?  Dann müssen wir aber auch wirklich konsequent bereit sein, unsere Inhalte zu verschlanken und immer wenn wir neue Inhalte aufnehmen alte dafür aufgeben und nicht in den Trugschluß verfallen: DAS IST ABER ALLES WICHTIG! Wir können uns dann ja mal überlegen, welche anderen Möglichkeiten wir haben, dieses wichtige Wissen abrufbereit und zielgerichtet den Nutzer_innen zur Verfügung zu stellen.

Die andere Seite, die mich beschäftigt, ist mein Selbstbild als Bibliothekarin. Ich möchte natürlich nicht die fiese Person sein, deren ärgerliches „pssst“ Angst und Schrecken unter unbotmäßigen Nutzer_innen verbreitet. Wenn kichernde und schwätzende Horden neuer Nutzer_innen die Bibliothek betreten, möchte ich, dass sie mich mit einem freundlichen Lächeln an der Info sitzen sehen und sofort wissen: „Diese nette Bibliothekarin ist da um uns zu helfen, sie mag uns und daher sollten wir jetzt leise und respektvoll sein. Außerdem verhindern wir dadurch, dass sie uns mit ihren bibliothekarischen Superkräften© verfolgt und jedes Fehlverhalten auf schmerzhafte aber ironisch angemessene Art bestraft.“ Wenn mir ein_e erfahrenere Kolleg_in verreaten kann, wie ich das erreichen kann sind Vorschläge in den Kommentaren willkommen.

Und jetzt kommt eine kleine Liste von Dingen und Leuten, die mich in letzter Zeit oder schon seit längerem inspirieren:

Ich werde an dem Thema dran bleiben.

——————

*Das ist kein reiner Pluralis Majestatis sondern ein etwas schwammiges bibliothekarisches „wir“, gebildet aus meinen eigenen Erfahrungen und den Teilen von Diskussionen und Gesprächen mit Fachkolleg_innen, die mir in den Kram passen.

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Ein Kommentar

Eingeordnet unter Berichte, Gedanken

Eine Antwort zu “#bib6 – Teil 3: Sessionreflexion Humor

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